Veranstaltung
Gespräche mit Kindern bei Verdacht auf sexuelle Gewalt führen

Termine
29.09.2022, 09:30 - 17:00 Uhr
30.09.2022, 09:30 - 17:00 Uhr


Raum
Konfiraum

Ort
Fachpool
Regenkamp 78
44625 Herne


Referent*in
Susanne Egerding

Beschreibung
Sexueller Missbrauch von Kindern ist gemäß § 176 Strafgesetzbuch (StGB) eine Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Die Zahl der Betroffenen ist aufgrund der großen Dunkelziffer nicht genau zu bestimmen. Für Deutschland belaufen sich die Schätzungen auf 10 % der Bevölkerung, die in der Kindheit und Jugend sexuellen Missbrauch erleben (Bieneck, Stadler & Pfeiffer, 2011; Häuser, Schmutzer, Brähler & Gläsmer, 2011) Kinderschutz bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Gesundheitswesen und Familien-, bzw. Strafrecht. Aus diesem Grund ist eine "multiprofessionelle" Zusammenarbeit notwendig. Diese kann am ehesten eine möglichst sichere abschließende Diagnose gewährleisten. Zur Einschätzung, ob ein Sexueller Missbrauch vorliegt, muss meist direkt mit dem Kind gesprochen werden. Dieses Gespräch muss besonders sorgfältig geführt werden, um gegebenenfalls rechtliche Schritte zum Schutz des Kindes einleiten zu können. Die Gespräche mit Kindern im Verdacht auf sexuelle Gewalt stellen zudem eine besondere Herausforderung dar, da Missbrauch in Abhängigkeitsverhältnissen unter Geheimhaltung und Bedrohung stattfindet. Die Kinder sind in der "Geheimnis- und Beziehungsfalle" gefangen. Es wird Ihnen unmöglich gemacht, u.a. durch Manipulationen, Gewaltanwendung oder -androhung, sich nach außen zu wenden. In Verdachtsfällen ist es die Aufgabe von Helfer*innen, den Kindern "Brücken aus der Falle" zu bauen, ohne die Aussage von Kindern zu beeinflussen.

Ziele
Inhalt :

- Haltung und Grundmaxime für Gespräche mit Kindern
- Entwicklungspsychologische Grundlagen
- Voraussetzungen und Vorbedingungen
- Phasen im Gesprächsablauf
- Besonderheiten im Verdachtsfall auf sexuelle Gewalt Vorstellung von Methoden und Materialien


Teilnehmer*innenkreis
Pädagogische Mitarbeiter*innen sowie Interessierte

Referent*in
Susanne Egerding
- Diplom-Sozialarbeiterin
- Systemische Einzel-, Paar- und Familientherapeutin
- Kinder- und Jugendlchen-psychotherapeutin
- Spezielle Psychotraumatherapeutin mit Kindern und Jugendlichen (DeGPT)
- Dozentin (APF) im Bereich Kinder- und Jugendlichentherapie
- Systemische Beratung (APF) und Systemische Therapie (APP, APF Köln)
- 1983 bis 1991 Aufbau und Leitung der Ärztlichen Beratungsstelle bei Kindesmisshandlung im DKSB Aachen
- seit 1992 Fortbildnerin und Fallsupervisorin
- 1993 - 1996 familientherapeutische Tätigkeit in freier Praxis, Aachen
- seit 1992 Arbeit mit Opfern und Tätern (und deren Familien) in Fällen von Kindesmisshandlung in der Ärztlichen Kinderschutzambulanz, Münster
- Tätigkeit in freier Praxis seit 2011 in Köln, seit 2014 auch in Münster


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