Veranstaltung
Nackt, ohne nackt gewesen zu sein: KI verändert sexualisierte Gewalt
Termine
08.06.2027, 09:00 - 16:30 Uhr
Raum
Online
Ort
Online
44625 Online
Referent*inSabine Gruber
Referent*inSabine Gruber
Beschreibung
Ein öffentliches Profilbild, ein Foto aus dem Klassenchat oder wenige Sekunden Videomaterial können heute ausreichen, um mithilfe künstlicher Intelligenz täuschend echt wirkende sexualisierte Darstellungen herzustellen.

Damit verändern sich auch Formen sexualisierter Gewalt.

Kinder und Jugendliche können sexualisiert dargestellt werden, ohne jemals nackt gewesen zu sein. Bilder können manipuliert, verbreitet, zur Beschämung eingesetzt oder für Erpressung genutzt werden. Für pädagogische und psychosoziale Fachkräfte entstehen dadurch neue Fragen: Wie reagieren wir, wenn ein Bild möglicherweise künstlich erzeugt wurde? Ist die Verletzung geringer, weil die dargestellte Situation niemals stattgefunden hat? Wie sprechen wir mit Betroffenen? Was sollte dokumentiert werden? Und wie kann Prävention aussehen, wenn nahezu jedes alltägliche Foto Ausgangsmaterial werden kann?

Das Seminar verbindet aktuelle Entwicklungen rund um Deepfakes, KI-generierte sexualisierte Darstellungen und Bildmanipulation mit bekannten Dynamiken sexualisierter Gewalt: Macht, Kontrolle, Beschämung, Grenzverletzung und Erpressung.

Dabei geht es nicht darum, Fachkräfte zu IT-Spezialist*innen auszubilden. Im Mittelpunkt steht die professionelle Einordnung: neue Gefährdungsformen erkennen, Betroffene angemessen begleiten und Handlungssicherheit für die eigene Praxis gewinnen.

Neben Deepfakes und sogenannten Nudification-Anwendungen werden auch Sextortion, digitale Beschämung, Weiterverbreitung, Gruppendynamiken und Victim Blaming betrachtet.

Denn: Ein künstlich erzeugtes Bild kann fiktiv sein. Die Verletzung, die daraus entsteht, ist es nicht.
Ziele
KI-gestützte Formen sexualisierter Gewalt erkennen und fachlich einordnen
Deepfakes, Nudification und sexualisierte Bildmanipulation unterscheiden
psychosoziale Folgen digitaler sexualisierter Gewalt verstehen
- Macht-, Beschämungs- und Erpressungsdynamiken erkennen
- Victim Blaming vermeiden und Betroffene professionell begleiten
- Gespräche mit Kindern, Jugendlichen und Eltern sicherer gestalten
- grundlegende Fragen zu Dokumentation und institutionellem Vorgehen reflektieren
- Prävention über klassische Medienwarnungen hinausdenken
- Handlungssicherheit in digitalen Gefährdungslagen stärken
Teilnehmer*innenkreis
Für Fachkräfte aus den Bereichen Kinder- und Jugendhilfe, Schule, Schulsozialarbeit, Beratung, Jugendsozialarbeit, stationären und ambulanten Hilfen, Gesundheitswesen sowie angrenzenden pädagogischen und psychosozialen Arbeitsfeldern.

Das Seminar richtet sich insbesondere an Fachkräfte, die ihre Handlungssicherheit an der Schnittstelle von Kinderschutz, sexualisierter Gewalt und digitaler Lebenswelt erweitern möchten.
Referent*in
Sabine Gruber

- Sozialfachwirtin
- Supervisorin
- Gestalt- und Traumatherapeutin
- Mediatorin
- Insoweit erfahrene Fachkraft im Kinderschutz
- langjährige Erfahrung in stationären, teilstationären und ambulanten Hilfen zur Erziehung
- zehn Jahre Geschäftsführerin eines Jugendhilfeträgers
- langjährige Tätigkeit in der Fachberatung im Kinderschutz
- Lehrbeauftragte im Studiengang Soziale Arbeit
- Inhaberin von GRUBERATUNG mit den Schwerpunkten Supervision, Therapie, Coaching, Kinderschutz und Fortbildung